Montag, 7. Dezember 2015

Portugal erneut auf der Liste des Weltkulturerbes


Letzte Woche, um genauer zu sein am 01. Dezember, wurde im namibischen Windhoek die in Portugal noch existierende kulturelle und handwerkliche Herstellung von Tierglocken (port.: chocalhos) – gemeint sind hier Kuh-, Schafs- und Ziegenglocken – in die Liste des Immateriellen Weltkulturerbes (port.: Património Cultural Imaterial da Humanidade) aufgenommen.
Vor allem im Alentejo, in Südportugal, wird diese traditionelle Kunst der Glockenmacherei in reinster Handarbeit und in einem komplizierten Herstellungsprozess noch praktiziert, auch wenn dieses Kunsthandwerk immer seltener wird.

Einerseits gibt es immer weniger Hirten hierzulande. Früher verwendeten die Hirten die Glocken hauptsächlich zur Lokalisierung ihrer Tiere auf der Weide. Da heute immer mehr neue Weidemethoden und Weideumzäunungen genutzt werden, werden die Glocken nicht mehr gebraucht.
Andererseits ist die heutige industrielle Herstellung von Tierglocken, hauptsächlich aus Fernost, so billig, dass das inländische Produkt immer mehr der Konkurrenz aus China oder Taiwan weichen muss.

Die jetzt in die Weltkulturerbeliste aufgenommene Tierglockenherstellung existiert auf portugiesischem Territorium wohl schon seit gut 2.000 Jahren.
Wie schon erwähnt, wird die Tierglockenherstellung in reinster Handarbeit angefertigt und die die Kunstfertigkeit wird traditionell von Generation zu Generation weitergegeben; so stellt jede Familie ihre Glocken auch heute noch mit ihren eigenen technischen Kunstfertigkeiten her.
Aber dieses Handwerk stirbt langsam leider aus.

So gibt es z. B. in dem kleinen Ort Alcáçovas, das im Herzen des Alentejo liegt und so etwas wie eine „Hochburg“ der Glockenherstellung ist, momentan lediglich 13 Glockenmacher, von denen aber neun schon weit über 70 Jahre alt sind!
Deshalb ist die universelle Anerkennung dieses Handwerks so wichtig und die Tatsache, dass die „chocalhos“ in die immaterielle Liste des Weltkulturerbes gesetzt wurden, hilft vielleicht dabei diese Kunst zu schützen und zweifellos auch bekannter zu machen.
Wer weiß ob sich nicht auch die Jugend bald mehr für dieses Handwerk interessiert und das Aussterben noch verhindert werden kann…

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